Das Projekt

Projekt-Neuausrichtung - "Back to the Roots"

Die Massnahmen gegen die Corona-Pandemie gehen am Projekt natürlich auch nicht spurlos vorüber. Nach der erfolgreich angelaufenen Nothilfe für unsere Schülerinnen und Schüler und deren Familien wird immer klarer, dass wir diese Hilfe den Notleidenden auch zukünftig bieten wollen und müssen. Gleichzeitig ist offensichtlich, dass die Corona-Schutzkonzepte der Regierung für eine Wiederaufnahme des Schulunterrichtes ohne massive finanzielle Aufwendungen nicht umgesetzt werden können. Das Direktorenpaar hat daher schnell reagiert und einen Masterplan für eine Neuausrichtung vorgeschlagen, den wir als Verein Kawaida voll und ganz unterstützen können, da er im Sinne der Ursprungsvision bleibt und das Projekt zurück zu seinen Wurzeln trägt:

Ab Januar 2021 werden die Räumlichkeiten und das Schulgelände in Ithanga als Auffangzentrum (Rescue Center) für Kinder und Jugendliche umgenutzt, die in der Corona-Pandemie besonders leiden. Es wird gekocht und für ihr leibliches und psychisches Wohl gesorgt. Den Waisenkindern wird eine Vollbetreuung angeboten, sie werden wie bis anhin im Waisenhaus leben können. Die Grundausbildung muss hingegen von öffentlichen Schulen übernommen werden. Nelson und Lilian sind mit ihrem Team aktuell mit Hochdruck daran, die Kinder in öffentlichen Schulen anzumelden, so dass ein Übergang möglich wird. Damit die Kinder den Anschluss schaffen und halten können, werden Nachhilfelehrer engagiert, die mit ihnen den Schulstoff nacharbeiten, ein eigentlicher Schulbetrieb ist aber nur noch für diese Übergangszeit vorgesehen. Was bleiben wird, sind die vocational trainings: Den älteren Jugendlichen wird wie bis anhin die Möglichkeit zu Anlehren in diversen handwerklichen Berufen geboten.

Nelson und Lilian haben nach Rücksprache mit uns diese grossartige Idee im Ansatz schon in die Tat umgesetzt. So bieten sie - neben der Weiterführung der Verteilung der Hilfspakete - der lokalen Bevölkerung auf dem Schulgelände in Ithanga ab sofort jeden Samstag gratis Essen und ein möglichst unbeschwertes Gemeinschaftserlebnis für die Kinder und Jugendlichen an. Sie nennen diese Events "Super Saturdays". Die Bilder die uns erreichen, sind wunderbar! Zu den Fotos So schön, dass in dieser Not Menschen auf diese herzliche Art geholfen und Ihnen Freude und Zuversicht geschenkt werden kann. Wir sind auch der Meinung, dass Nelson und Lilian in dieser Arbeit aufblühen werden, vermutlich mehr als je zuvor.

Sobald sich abzeichnet, dass das Konzept mit den zur Verfügung stehenden Kapazitäten erfolgreich umgesetzt werden kann, ist es unser Ziel, das Projekt auch auf das Schulgelände und die bestehenden Räumlichkeiten in Mwea auszuweiten, damit die lokale Bevölkerung in dieser armen Region ebenfalls davon profitieren kann.

Was bisher geschah

Zum Projekt Kawaida gehörten bis vor Ausbruch der Pandemie drei Schulen mit ca. 250 Kindern und Jugendlichen. Die Schulen waren von guter Qualität, die auch regelmässig vom Staat überprüft wurde. Im Projekt waren neben dem Lehrpersonal Aufsichtspersonen, Hilfspersonal und Köche engagiert. In den Unterrichtspausen und über Mittag wurden den Kindern nahrhafte Mahlzeiten gegeben. Eltern zahlten je nach Verhältnisse einen kleinen Beitrag an die Schulkosten, was die Mitverantwortung der Eltern fördern sollte. Viele Kinder sind aber Halb- oder Vollwaisen und vollumfänglich auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Sie hatten über Jahre im Waisenhaus ein Zuhause und wurden ganzheitlich begleitet, betreut und gefördert.

Die älteren Mädchen und Knaben besuchten das Internat in Ithanga und werden stärker in ihrer Eigenverantwortung gestärkt, indem sie in Aufgaben und Arbeiten des Internatslebens stark eingebunden werden.

Ab 2019 wurden den Jugendlichen als Bestandteil des Unterrichts und als Randkurse Berufsanlehren in handwerklichen Bereichen (Maurer, Schweisser, Zimmermann, Näherinnen) ermöglicht. Dieser Bereich soll trotz den kommenden Umstrukturierungen auch zukünftig weiter ausgebaut werden, um auch jenen Jugendlichen, welche keine akademische Ausbildung angehen können, eine gute berufliche Zukunft zu ermöglichen.

Das Kenianische Schulsystem

Der Unterricht beginnt in Kenia mit einer dreijährigen Vorschulstufe (Pre-Primary: "Baby Class, Nursery Class & Preunit") und wird seit der Schulreform 2018 auf der Primarschulstufe (Lower Primary: Standard 1-3, Upper Primary: Grade 4-6) bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit weitergeführt. Es folgt die nicht-obligatorische Schulzeit mit der Oberstufe (Lower Secondary: Form 1-3 und ggf. Senior Secondary: Grade 10 - 12) mit Anschluss an die Universitäten.

Schule in Kawaida (Stand Ende 2019)

Die Ursprungsschule befindet sich in Kawaida, einem Dorf am Rande des Kenianischen Hochlandes, ca. 20 km nordwestlich von Nairobi. Die Menschen leben in einfachsten Verhältnissen am Rande der Gewächshäuser internationaler Rosenfarmen. Neben der Armut ist mangelnde Hygiene ein grosses Problem. Viele Kinder haben schlechte oder gar keine Schuhe und leiden unter starkem Befall von Sandflöhen (Jigger fleas). Dank dem Spendenfluss aus der Schweiz (insbesondere aus Sponsorenlauf 2010, Spendenaktion 2018) konnte im Dorf Land gekauft und ein Schulhaus erbaut werden. Neben der Tagesschule beherbergt Kawaida ein Internat für rund 50 Waisenkinder.

Organisation der Schule

Schule in Riara (Stand Ende 2019)

Das Dorf Riara/Kiawaroga im Kenianischen Hochland ist umgeben von Teeplantagen. Die Gegend ist im Winter so kühl, dass die Kinder Kappen während des Unterrichts tragen, um nicht zu frieren. Die Schule wird als Tagesschule geführt. Ungefähr 10 Jahre lang fand der Unterricht in gemieteten Gebäuden statt. Anfang 2011 konnte Dorfrand Land erworben werden, auf welchem seit 2012 ein permanentes Schulgebäude steht. Seit 2013 werden die Schüler am neuen Ort unterrichtet.

Organisation der Schule

Schule in Ithanga (Stand Ende 2019)

Ithanga ist eine Ortschaft ca. 70 km nordöstlich von Nairobi in einer hügeligen, ländlichen Gegend. Der Projektleiter und Direktor Nelson Kangethe ist in dieser Region aufgewachsen und konnte dort auf dem recht grossen Stück Land, das in seinem Familienbesitz war, eine Schule für Oberstufenschüler eröffnen. Ithanga funktioniert sowohl als Tages- wie auch als Internatsschule mit dem Ziel, die Jugendlichen auf ein Studium an der Universität vorzubereiten und gleichzeitig auch in handwerklichen Bereichen zu schulen, so dass allen sinnvolle Zukunftsmöglichkeiten eröffnet werden können. Dank Spendenaktionen in den Jahren 2015 und 2016 konnte auf dem Land eine tiefe Grundwasserbohrung durchgeführt werden, die seither eine eigenständigen Trinkwasserversorgung ermöglicht.

Im Jahre 2018 waren in Ithanga aufgrund staatlicher Interventionen und Auflagen nur noch die Oberstufenmädchen untergebracht, die Oberstufenknaben wurden nach Mwea verlegt. Dank dem riesigen Einsatz und persönlicher Aufopferung des Direktorenehepaars wird die Schule seit 2019 wieder als Mixed High School geführt und hat seit der Anwesenheit von Nelson Kangethe und Lilian Njoroge einen enormen Aufschwung erfahren: Es konnte z.B. angrenzendes Land erworben, neue Schlafgebäude und ein neues Labor errichtet werden und man erstellte neue Unterstände für die Berufsausbildungskurse (vocational training). Auch ein kleiner Bauernbetrieb mit Schweinen, Hasen, Truthähnen, Hühner und vielen weiteren Tieren und ein Laden für die Schüler und die Dorfbevörlkerung gehört mittlerweile zum vielversprechenden Projekt.

Organisation der Schule

Mwea (Stand Ende 2019)

Die Region Mwea liegt ca. 100 km nordöstlich von Nairobi. Die Bevölkernug leidet seit längerem unter anhaltender Trockenheit. In den unregelmässiger gewordenen Regenzeiten haben in den letzten Jahren dann aber sintflutartige Regenfälle hin und wieder auch die Dörfer am Rande der Reisfelder überflutet. Die Leute sind in dieser abgelegenen Gegend besonder arm. Malaria ist eine Plage, aber auch Cholera und Typhus sind aufgrund der sehr problematischen Hygieneverhältnisse an vielen Orten ein ernstes Problem.

Im März 2013 wurde in der Schweiz eine grosse Spendenaktion lanciert, die am 1. Juni 2013 mit dem Jambo Festival und der Anwesenheit des Projektleiters Pastor Nelson Kangethe in der Altrüti Gossau ZH gipfelte. Mit dem gesammelten Betrag konnte auf einer leichten Anhöhe ausserhalb von Karaba ca. 2 ha Land gekauft und darauf ein grosses Schulgebäude errichtet werden. Anfang Mai 2014 fand der erste Unterricht im neuen Schulhaus statt. Im Mai 2015 konnte dank einer grösseren Spendenaktion eine Grundwasserbohrung und der Bau eines Brunnens auf dem Schulgelände in Angriff genommen werden. Grossartig!

2018 hatte es in Mwea in Folge von Änderungen im Schulsystem nur noch Kindergartenkinder auf der Primarschulstufe. Zwischenzeitlich waren auch die Oberstufenknaben in Mwea zu Hause. Die Regierung hatte verlangt, dass in der Oberstufe die Knaben und Mädchen getrennt die Schule besuchen müssen. Es hat sich aber gezeigt, dass die Führung von zwei Oberstufen (Ithanga und Mwea) insgesamt zu viele Ressourcen beanspruchte. Mit der Verlegung des Wohnsitzes des Direktorenehepaars nach Ithanga konnte der Schulbetrieb für die Knaben in Ithanga wieder aufgenommen werden.

Zu Beginn des Jahres 2019 wurde der Schulunterricht eingestellt. Stattdessen wird das Schulgebäude und das Projektland nun für eine Neuausrichtung vorbereitet. Es ist das erklärte Ziel, mit Beginn des neuen Schuljahres 2019 den Schulunterricht wieder aufzunehmen. Zudem wird das Waisenhaus von Kawaida nach Mwea verlegt, da hier viel mehr Land zur Verfügung steht und den Waisen bessere Lebensbedingungen geboten werden können. Man ist weiter daran, das fruchtbare Land zu bepflanzen und v.a. auch zu bewässern, so dass die Ernte dem ganzen Projekt zugute kommen kann. Zukünftig soll die Schule auch als temporäre Berufsausbildungsstätte (Bauernlehre) für die Oberstufenschüler dienen.

Momentane Organisation Mwea